zu efzeg:


wenn klaenge wie holz und metall oder die in langspielplatten eingeritzten, eingeschriebenen informationen von anfang an zur verfuegung stehen, sich eine ordnung schaffen wollen, in eine ordnung draengen: musik als struktur, form, material und methode. sie liegen nicht irgendwo versteckt oder harren ihrer entdeckung, sondern werden im moment des spielens von den ausfuehrenden jedesmal neu befragt, geordnet und neuerschaffen.

die schoepfung im verborgenen gibt es nicht. wir koennen und wollen von vornherein nicht ohne weiteres, ohne weitere folgen, auf einen nenner gebracht werden. sich vorerst ungewissen zusammenhaengen auszuliefern, gehoert mit zu der vornehmsten aufgabe des selbstbestimmten musikmachens. das bewusste aufsuchen von differenzen, ihre gemeinsame bearbeitung und die gewuenschten entstehenden reibungen an der musikalischen identitaet des jeweils anderen, bewirken eine rationale wie emotionale intensitaet, die das einzelne, vereinzelte, subjekt in dieser form nie erreichte.

die objektivierung unserer vier ichs - als musikalisch-fiktionales, gemeinsam errungenes artifizielles ich - bedeutet ihre vergesellschaftung und legt so multiples, vielfaeltiges frei, welches im verlauf des musikalischen aktes zu einer "einheit von mehreren ichs" sich verdichtet. diese so neu gewonnene einheit repraesentiert die verortung des persoenlichen: den stil.

efzeg garantiert auf der buehne nicht fuer ein "intensives hoervergnuegen". dafuer sind wir nicht da - das publikum auch nicht. denn intensitaet kann wiederum nur das subjekt selbst erfahren: ohne bereitschaft zu einer moeglichen irritation geht gar nichts.

das soeben gesagte betrifft uns als sagende ebenso wie die zuhoerer als hoerende: das system, das system der musik, ist erst beim rezipieren vollkommen.

neben der kontextualisierung von akustischer und elektronischer soundproduktion zaehlt deren visuelle formung zum intergralen bestandteil jeder efzeg-peformance. efzeg-musik, efzeg-bild: "ein ganzes ausmachend".

die von den vier musikern live generierten audio-signale dienen billy roisz als ausgangsmaterial fuer ihre visuelle improvisationen, sie macht "the invisible world" sichtbar. die transformation von klanglichem ins sichtbare zeigt, welche bilder den klaengen eingeschrieben sind, sein koennen. roisz-live-visuals: bilder von fluechtigen klaengen in echtzeit, eine flimmernd-flirrende partitur des efzeg-sounds.

jänner 2000, juli 2001

/ / / texts / / / home / / /